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Sanatorium Saller, Die Geschichte 1937-2011
Das Sanatorium Saller, in damaliger Sprechweise noch „Kurheim“ genannt, wurde durch
Dr. Dr. Karl Saller und seine Frau Herta als Familienbetrieb gegründet. Nachdem der Privatdozent der Anthropologie Saller wegen seiner in Veröffentlichungen und Vorlesungen ausgesprochenen Ablehnung der wissenschaftlich unsinnigen und menschenverachtenden nationalsozialistischen Rassenlehre 1935 aus dem Reichsdozentenbund ausgeschlossen und der Universität Göttingen verwiesen wurde, konnte er nur noch privat seinen Arztberuf ausüben.
Badenweiler wurde als Wirkungsstätte ausgesucht und das Sanatorium gegründet - 1937 wurde das „Untere Haus“ erbaut, vierzehn Betten in zehn Zimmern, dann 1939 das „Obere Haus“ erworben, ursprünglich ein großbürgerliches Privathaus.
Die Nöte und Verwerfungen des Weltkrieges und der Nachkriegszeit verschonten auch das „Kurheim Dr. Saller“ nicht.
Von 1944 an bestand zehn Jahre lang im „Unteren Haus“ eine Entbindungsstation, so daß viele Einwohner in Badenweiler und Umgebung einem erzählen, daß sie im „Saller“ ihren ersten Schrei taten.
Im Haupthaus wurden weiter von 1945 bis 1950 weibliche Offiziere des französischen Croix Rouge einquartiert - abgesehen von den äußeren Schwierigkeiten - eine schöne Erinnerung: Frau Herta Saller und die französischen Damen verstanden sich blendend, bleibende persönliche Bindungen waren die Folge. Während dieser Zeit wurde im „Oberen Haus“ , teilweise unter größten Schwierigkeiten, ein reduzierter Sanatoriumsbetrieb aufrechterhalten.
Dr. Dr. Karl Saller hatte nach Kriegsende seine wissenschaftliche Laufbahn wieder aufgenommen, zuerst als Direktor des renommierten Robert- Bosch Krankenhauses in Stuttgart, dann ab 1948 als ordentlicher Professor für Anthropologie und Humangenetik der Ludwig-Maximilian-Universität München. Frau Herta Saller hatte neben der Erziehung ihrer vier Kinder das Sanatorium allein durch diese bewegte Zeit zu führen.
Das der allgemeinen Tüchtigkeit entspringende „Wirtschaftswunder“ führte im Jahre 1962 zu einer Erweiterung im Seitenflügel des Haupthauses, 1981/1982 schließlich wurde der Hauptflügel durch einen Anbau vergrößert und das gesamte Haupthaus umfangreich modernisiert. In der Zwischenzeit trat die nächste Generation Saller in die Verantwortung: Frau Ruth Saller ab 1954 als Leiterin der Kurmittelabteilung , ihre Schwester Frau Monika Düll ab 1973 in der Geschäftsleitung. Dies gab Frau Herta Saller die Möglichkeit, die Zügel selbst ein wenig lockerer zu lassen, insbesondere als 1989 die beiden Töchter die Leitung des Sanatoriums ganz übernahmen. Im Jahre 1991/92 wurde schließlich ein weiterer lang gehegter Wunsch Wirklichkeit: Ein Thermal- Hallenschwimmbad ergänzt seitdem die Möglichkeiten, die Kur im Sanatorium erfolgreich zu gestalten und den Aufenthalt zu genießen. Hierbei wurde auch die Gymnastik-Halle angebaut und damit die gesamte Kurmittelabteilung modern gestaltet.
Im Jahr 1997 trat Frau Ruth Saller in den wohlverdienten Ruhestand, zog sich weitestgehend aus dem Sanatoriumsbetrieb zurück und übergab die physikalisch-therapeutische Abteilung in jüngere Hände.
Zu Ende des letzten Jahrhundert`s mussten wir Abschied nehmen von der Gründerin und Seele des Hauses, Frau Herta Saller; sie verstarb am 31.12.1999 im Alter von 90 Jahren, ein schmerzlicher Verlust für das Haus und die Familie.
Am 17. Februar 2009 folgte ihr ihre Tochter Ruth nach einem plötzlichen Herzstillstand.
Seitdem ist die jüngste Tochter, Monika Düll, mit Hilfe ihres Mannes, für die Geschicke des Hauses verantwortlich und führt es souverän durch alle Schwierigkeiten des heutigen Gesundheitswesens.
2010 gab es eine grundsätzliche Veränderung für unser Haus.
Nach Kündigung der Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen, können in unserem Hause Privatpatienten und solche mit offenen Badekuren (Arzt und Heilanwendungen sowie eine Tagespauschale werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen) aufgenommen werden. Das hat für Kuren von Beihilfeberechtigten den großen Vorteil, dass sie eine höhere Erstattung ihrer Kurkosten bekommen. Diese Umstellung gereicht allen Beteiligten zum Vorteil.